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Bericht zur Sitzung des Hauptausschusses am 27. Mai 2026

Der Hauptausschuss des Kreises Steinburg tagte am Mittwoch, den 27. Mai 2026, im Kreistagssaal in Itzehoe. Vorsitzende der Sitzung war Frau Gaudlitz, Dr. Siegfried Hansen nahm als Mitglied des Hauptausschusses für die Bürgerliste Steinburg teil.

Haushaltslage

Der Quartalsbericht I/2026 zur Haushaltsführung wurde vom Hauptausschuss ohne Aussprache zur Kenntnis genommen. Aus Sicht von Dr. Hansen verdeutlicht der Bericht, dass der Kreis weiterhin erheblich durch steigende Sozialausgaben, insbesondere in den Bereichen Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe sowie Kindertagesbetreuung, belastet ist. Zugleich zeigen die dargestellten Entwicklungen bei Gebühreneinnahmen und Personalaufwendungen, dass trotz einzelner Mehreinnahmen an anderer Stelle die strukturelle Unterfinanzierung des Kreises ein zentrales Thema bleibt.

Sicherheitsdienst Karlstraße 13

Beim Tagesordnungspunkt zur geplanten Beauftragung von Sicherheitsdienstleistungen in der Karlstraße 13, wurde intensiv diskutiert, ob der Einsatz eines Sicherheitsdienstes in diesem Umfang weiterhin erforderlich ist. Die Verwaltung begründete den Bedarf mit hohem Publikumsverkehr, der Entlastung der Mitarbeitenden und der Prävention von Vorfällen; zudem bestehen bereits Erfahrungen mit Sicherheitsdiensten im Jobcenter und im Haupthaus, insbesondere bei Bedrohungslagen. Dr. Hansen fragte ausdrücklich, warum der Sicherheitsdienst bislang nur temporär und nicht längerfristig beauftragt werde, und stellte damit die strategische Perspektive der Maßnahme in den Vordergrund.

Aus seiner Sicht ist eine klare, planbare Lösung sinnvoller als eine Aneinanderreihung befristeter Entscheidungen, wenn sich der Sicherheitsdienst – wie von Verwaltung und Landrat berichtet – bewährt hat. Unterstützt wurde diese Linie von Herrn Rückerl (FDP), der ebenfalls nach einer längerfristigen Beauftragung für zwei bis drei Jahre fragte, was Dr. Hansens kritische, aber konstruktive Haltung zur Verstetigung sinnvoller Maßnahmen unterstreicht. Herr Rosenmeier führte für die Verwaltung aus, dass diese Möglichkeit im Auge behalten und auch im Hinblick auf den Umzug ins neue Kreishaus erneut betrachtet werden wird.

Im Verlauf der Diskussion wurde seitens des Ausschusses nach den konkreten Kosten der Sicherheitsdienstleistungen in den Vorjahren gefragt. Die Verwaltung legte nachträglich dar, dass für den Wachdienst in der Karlstraße 13 im Jahr 2024 rund 56.368 Euro und im Jahr 2025 rund 65.068 Euro aufgewendet wurden. Aus Sicht von Dr. Hansen sind solche Zahlen wichtig, um Aufwand und Nutzen des Sicherheitsdienstes nachvollziehbar zu machen und die Entscheidung auf eine transparente Grundlage zu stellen.

KI in der Kreisverwaltung

Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete der Vortrag von Prof. Dr. Christopher Kühn (HAW Kiel) zum möglichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kreisverwaltung Steinburg. Prof. Kühn stellte anhand einer Präsentation verschiedene Einsatzfelder dar, etwa die Automatisierung monotoner Prozesse, die Nutzung von KI für Statistik- und Prognoseaufgaben sowie die Bedeutung klar definierter Anwendungsfälle und einer übergreifenden Digitalstrategie. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass KI in der Verwaltung aktuell vor allem unterstützend wirkt, insbesondere mit Blick auf Fachkräftemangel, ohne menschliche Beschäftigte zu ersetzen.

Dr. Hansen betonte in der anschließenden Aussprache, dass es aus seiner Sicht nicht ausreicht, sich nur an übergeordneten Strategien – etwa auf Landes- oder Bundesebene – zu orientieren. Stattdessen müsse die Kreisverwaltung Steinburg selbst identifizieren, in welchen konkreten Arbeitsbereichen mit unterschiedlichen Problemstellungen KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Er unterstrich dabei seine Überzeugung, dass KI den Menschen nicht ersetzt, sondern besser macht, und damit einen Beitrag zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Verwaltung leisten kann.

In der Debatte wurde auch der Zusammenhang von KI-Einsatz, Fachkräftemangel und der künftigen Personalentwicklung in der Verwaltung beleuchtet. Während einzelne Ausschussmitglieder die Frage stellten, ob und wann KI Personal ersetzen könne, verwies Prof. Kühn darauf, dass der zielgerichtete Einsatz eher zu einem Aufbau von IT-Kompetenzen und zu kalkulatorischen Einsparungen führt, nicht zu einem einfachen Abbau von Personal. Dr. Hansen griff diese Argumentation auf, indem er – auch vor dem Hintergrund des Onlinezugangsgesetzes (OZG) – deutlich machte, dass es darauf ankommt, konkrete Problemfelder zu analysieren und dort digitale und KI-gestützte Lösungen zu entwickeln, anstatt abstrakte Strategiepapiere zu reproduzieren. Damit positioniert sich die Bürgerliste Steinburg als Befürworter einer pragmatischen, praxisorientierten Digitalisierung, die sich an den realen Herausforderungen der Kreisverwaltung orientiert und Mitarbeitende einbindet, statt sie zu verdrängen.

Zum Ende der Diskussion fragte Dr. Hansen, ob die Verwaltung die Notwendigkeit einer Beschlussfassung zu den vorliegenden Anträgen im Kreistag sieht. Landrat Teske stellte daraufhin heraus, dass sowohl der Workshop als auch der Vortrag von Prof. Kühn der ersten Bestandsaufnahme dienen und eine Grundlage für weitere Schritte bilden. Aus Sicht von Dr. Hansen ist dies ein wichtiger Zwischenschritt: Zunächst müssen Anwendungsfälle und Rahmenbedingungen sauber erarbeitet werden, bevor konkrete Beschlüsse gefasst werden.

Für die CDU-Fraktion signalisierte Herr Förster im Ausschuss die Bereitschaft, gemeinsam am vorliegenden Antrag weiterzuarbeiten und ihn zu konkretisieren. Die Bürgerliste Steinburg versteht dies als Chance, die politischen Leitplanken für den KI-Einsatz im Kreis Steinburg aktiv mitzugestalten und dabei die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Beschäftigten gleichermaßen im Blick zu behalten.

 

Berichterstatter:

Dr. Siegfried Hansen (Ausschussmitglied) und Carsten Fürst (Fraktionsvorsitzender)

 

Dieser Bericht basiert auf eigenen Aufzeichnungen sowie den öffentlichen Sitzungsunterlagen und wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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