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Bericht zur Sitzung des Umweltschutzausschusses des Kreises Steinburg am 9. Juni 2026

Einwohnerfragestunde: Kritik an Themenlage und Sitzungsfrequenz

In der ersten Einwohnerfragestunde brachte ein Bürger aus Itzehoe die Sorge vor, dass der Umweltschutzausschuss im Jahr 2026 bislang gar nicht und im Vorjahr nur selten getagt habe und sich scheinbar überwiegend mit „Müll-Themen“ beschäftige. Er fragte, ob es keine weiteren umweltrelevanten Schwerpunkte wie etwa das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ zur Renaturierung von Bundeswasserstraßen gebe. Die Verwaltung verwies darauf, dass 2026 bislang keine entscheidungsreifen Themen oder mitteilungspflichtige Vorgänge vorgelegen hätten und dass sich der Kreis wegen der Deichsituation an den Bundeswasserstraßen derzeit nicht aktiv mit dem Förderprogramm befasse.

Des weiteren wurde in der Einwohnerfragestunde auch das Wasserkonzept von 2023 thematisiert und gefragt, ob dieses angesichts des Planfeststellungsbeschlusses zur A20 (Abschnitt 7) sowie der geplanten Grube „Moorstücken“ der Firma Holcim nicht umgehend angepasst werden müsse. Konkret geht es um große Wasserentnahmen aus der Langenhalser und Lesingfelder Wettern für den Trassendamm der A20 sowie um sensible Habitate geschützter Fisch‑ und Muschelarten nach FFH‑Richtlinie und Bundesartenschutzverordnung.

Die Verwaltung stellte klar, dass das Wasserkonzept ausdrücklich als „lebendiges Dokument“ verstanden werde, das regelmäßig auf Änderungen im Wasserhaushalt überprüft und bei Bedarf angepasst werde. Der Planfeststellungsbeschluss für Abschnitt 7 der A20 vom 22.01.2026 sei zwar sofort vollziehbar, der Baubeginn verzögere sich jedoch aufgrund anhängiger Klagen, sodass die tatsächliche Ausführung noch nicht abschließend absehbar sei. Laut Beschluss sollen wasserwirtschaftliche Auswirkungen und Effekte auf die Fischfauna über Ausgleichs‑ und Schutzmaßnahmen kompensiert werden; eine gehobene wasserrechtliche Erlaubnis zur Wasserentnahme wurde nach Prüfung durch Wasser‑ und Naturschutzbehörde erteilt. Für die Grube Holcim befinde sich das wasserrechtliche Verfahren noch im Antragsstadium, konkrete Wasserbedarfe stünden daher noch nicht fest und würden erst bei einem späteren Beschluss in das Wasserkonzept eingearbeitet.

Energieberatung: Positives Signal für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

Die Verwaltung informierte über die Verlängerung des Kooperationsvertrags zwischen dem Kreis Steinburg und der Verbraucherzentrale Schleswig‑Holstein zur Energieberatung für private Haushalte. Bereits 2022 hatte der Kreistag beschlossen, von 2023 bis 2033 jährlich 5.000 Euro zur Förderung der Energieberatung bereitzustellen, um die Klimaneutralität bis 2045 und insbesondere die Wärmewende im Gebäudebestand zu unterstützen.

Die bisherigen Ergebnisse sind aus unserer Sicht beeindruckend: Zwischen 2023 und Januar 2026 wurden im Kreis Steinburg 1.136 Ratsuchende beraten, was hochgerechnet zu Einsparungen von rund 33.832 MWh Endenergie und etwa 12.428 Tonnen CO₂ über die Lebensdauer der modernisierten Gebäudeteile geführt hat. Die bereitgestellten Mittel ermöglichen künftig etwa 125 kostenfreie Vor‑Ort‑Beratungen pro Jahr, da der Preis pro Beratung von 30 auf 40 Euro gestiegen ist. Die Umweltschutzausschuss‑Mitglieder nahmen den Bericht zustimmend zur Kenntnis; wir bewerten das Angebot als konkreten und sozial gerechten Beitrag zum Klimaschutz, weil der Eigenanteil der Bürgerinnen und Bürger für diese Beratungen entfällt.

Abfallwirtschaft: Glascontainerreinigung und Abfallbehälter

Der Ausschuss wurde über die geplante Neuvergabe der Reinigung von Glascontainer-Standplätzen und der Entsorgung des dort anfallenden Abfalls informiert. Der Kreis bewirtschaftet derzeit 127 Containerstellplätze für Altglas und teilweise auch für Altkleider und Elektroaltgeräte und ist für die Reinigung der Glas‑ und Elektroschrottstellplätze verantwortlich. Der bestehende Reinigungsvertrag läuft zum 31.07.2026 aus und soll für zwei Jahre mit Verlängerungsoption neu vergeben werden.

Die Bürgerliste Steinburg begrüßt, dass im Ausschuss darauf hingewiesen wurde, wie wichtig Meldungen der Bürgerinnen und Bürger bei Verschmutzungen sind und dass außerhalb fester Intervalle kurzfristige Zusatzreinigungen möglich sind. Aus unserer Sicht sollte die Abfallwirtschaft die zentrale Rufnummer der Abfallberatung noch stärker offensiv kommunizieren, um die Sauberkeit im öffentlichen Raum zu verbessern und bürgerfreundliche Servicequalität sicherzustellen.

Zudem wurde über die geplante Vergabe zur Lieferung von Abfallbehältern informiert. Der Kreis Steinburg muss als öffentlich‑rechtlicher Entsorgungsträger neue Behälter für Rest‑, Bio‑ und Papierabfall beschaffen; für den Zeitraum vom 01.08.2026 bis 31.12.2029 sind etwa 3.500 neue Behälter vorgesehen. Die verlängerte Vertragslaufzeit gegenüber früheren Jahresverträgen soll den Bedarf besser abdecken.

Digitale Wertstoffhöfe, Öffentlichkeitsarbeit und Chip‑Pflicht

Unter „Mitteilungen und Anfragen“ berichtete die Verwaltung von ersten Auswertungen zur Nutzung der digitalen Wertstoffhöfe in Kellinghusen und Glückstadt. Für die Monate März und April 2026 zieht die Abfallwirtschaft eine positive Bilanz und erwartet einen weiteren Anstieg der Nutzerzahlen, wenn künftig auch Grünabfälle im Self‑Service angenommen werden. Die Bürgerliste begrüßt diese Modernisierung, weil sie den Zugang zu Entsorgungsangeboten vereinfacht und mit ihrem Leitbild einer modernen, bürgernahen Infrastruktur im ländlich geprägten Kreis im Einklang steht.

Positiv hervorgehoben wurde zudem die Öffentlichkeitsarbeit der Abfallwirtschaft, etwa durch Beteiligung am Kindertag in Itzehoe und einen Informationsstand bei der Matjeswoche in Glückstadt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass seit dem 01.06.2026 keine unverchippten Abfallbehälter mehr geleert werden dürfen und betroffene Grundstückseigentümer sich für eine Nachverchipptung melden müssen. Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und verständlich über technische Umstellungen zu informieren, um Akzeptanz zu sichern und Konflikte zu vermeiden.

Berichterstatter: Dieter Thara (Ausschussmitglied) und Carsten Fürst (Fraktionsvorsitzender)

Dieser Bericht basiert auf eigenen Aufzeichnungen sowie den öffentlichen Sitzungsunterlagen und wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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