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Bericht zur Sitzung des Ausschusses für Soziales, Familie, Gesundheit, Gleichstellung und Inklusion am 8. Juni 2026

Sozialausschuss tagt zu wichtigen Fragen der sozialen Infrastruktur

Am Montag, 8. Juni 2026, tagte der Ausschuss für Soziales, Familie, Gesundheit, Gleichstellung und Inklusion des Kreises Steinburg im Kreistagssaal in Itzehoe. Behandelt wurden unter anderem die Vorstellung der neuen Verfahrenslotsin nach § 10b SGB VIII, die Zukunft der Caritas-Migrationsberatungsstelle in Itzehoe sowie ein Förderantrag für Projekte zugunsten von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern.

Neue Verfahrenslotsin stärkt Orientierung im Hilfesystem

Zu Beginn stellte sich die neue Verfahrenslotsin des Kreises, Jana‑Maureen Jansen, dem Ausschuss vor. Sie verfügt über einen Abschluss in Psychologie sowie einen Master in „Inklusion und Schule“ und war mehrere Jahre an Gemeinschaftsschulen und Förderzentren tätig. Seit dem 1. März 2026 übernimmt sie die Aufgabe, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie Eltern und Sorgeberechtigte mit (drohenden) Behinderungen beim Zugang zu Leistungen zu unterstützen.

Der Verfahrenslotse bietet eine unabhängige, freiwillige, kostenfreie und vertrauliche Beratung, hilft bei Anträgen, der Durchsetzung von Rechten und der Orientierung im komplexen Gefüge der Sozialleistungen, insbesondere der Eingliederungshilfe. Aus Sicht der Bürgerliste Steinburg ist dies ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Bürgerfreundlichkeit, weil betroffene Familien damit eine fachkundige Lotsenstelle bekommen, die bestehende Angebote sinnvoll ergänzt statt ihnen Konkurrenz zu machen.

Migrationsberatung: Entscheidung zur Caritas-Stelle vertagt

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Frage, ob der Kreis Steinburg sich an der Finanzierung der von der Caritas betriebenen Migrationsberatungsstelle in Itzehoe beteiligen soll. Die Verwaltung legte eine Beschlussvorlage vor, nach der für die Jahre 2026 bis 2028 eine Fehlbedarfsfinanzierung von insgesamt bis zu 110.000 Euro für 2,5 Vollzeitstellen vorgesehen wäre. Ohne eine Beteiligung des Kreises müsste die Beratungsstelle nach Angaben der Caritas Ende 2026 schließen.

Im Ausschuss lagen sowohl die Antworten der Caritas als auch der Verwaltung auf einen umfangreichen Fragenkatalog vor. Aufgrund der begrenzten Zeit sah sich das Gremium jedoch nicht in der Lage, eine fundierte Entscheidung zu treffen; nach Erläuterungen durch die Vertreterinnen und Vertreter der Caritas wurde die Beratung einstimmig auf die Sitzung am 1. September vertagt.

Die Bürgerliste Steinburg erkennt die hohe fachliche Bedeutung der Migrationsberatung für die Arbeit von Jugendamt, Ausländerbehörde, Jobcenter, Schulen und weiteren Stellen an. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass Migrationsberatung originäre Aufgabe von Bund und Land ist und kommunale Kofinanzierung eine freiwillige Leistung mit langfristigen Folgen für den Kreishaushalt darstellt. Die Vertagung gibt die notwendige Zeit, um Fragen der Gleichbehandlung der Träger, der Finanzierung über Integrationspauschale und Landesmittel sowie der dauerhaften Verpflichtungen des Kreises sorgfältig zu klären.

Prävention für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern

Positiv hebt die Bürgerliste Steinburg die vorgestellten Planungen zur Beantragung von Fördermitteln beim GKV‑Bündnis Gesundheit hervor. Jugendamt und Gesundheitsamt wollen gemeinsam Projekte für Kinder von psychisch und suchterkrankten Eltern im Kreis Steinburg aufbauen. Nach Studien ist bundesweit etwa jedes vierte Kind betroffen, für den Kreis Steinburg werden etwa 5.400 Kinder in diese Zielgruppe gerechnet; ein großer Teil ist später selbst von psychischen Erkrankungen bedroht.

Das geplante dreijährige Projekt umfasst drei Bausteine: niedrigschwellige Unterstützungsangebote wie Kindergruppen und Elterninformationen, die Sensibilisierung und Stärkung der Handlungssicherheit von Fachkräften sowie eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit zur Enttabuisierung. Insgesamt sollen Fördermittel von rund 100.000 Euro eingeworben werden. Aus Sicht der Bürgerliste Steinburg handelt es sich um ein fachlich fundiertes, präventiv ausgerichtetes Vorhaben, das Leid vermindern und langfristig auch soziale Folgekosten reduzieren kann.

Schulbegleitung und weitere Themen

Unter den Mitteilungen informierte die Verwaltung darüber, dass der Modus der Schulbegleitung an der Steinburg-Schule ab dem kommenden Schuljahr verändert und in enger Zusammenarbeit mit der Schule neu organisiert wird. Die Ausschussvorsitzende bat darum, nach Beginn des Schuljahres über erste Erfahrungen zu berichten.

Zudem wurde auf eine Veranstaltung zur „Zukunft des Alterns“ hingewiesen und die nächste Ausschusssitzung vom 6. Oktober auf den 30. September vorverlegt.

Die Sitzung des Sozialausschusses macht deutlich, dass der Kreis Steinburg vor wichtigen Weichenstellungen in der sozialen Infrastruktur steht: Unterstützung für Menschen mit Behinderungen, Migrationsberatung, Hilfen für psychisch belastete Familien und die Weiterentwicklung der Schulbegleitung. Die Bürgerliste Steinburg sieht hierin zentrale Ansatzpunkte für ihre politische Arbeit, insbesondere im Hinblick auf Transparenz, Teilhabe und eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Hilfesysteme.

Bei der Frage der Kofinanzierung der Migrationsberatung werden wir in den kommenden Beratungen dafür eintreten, sowohl die unverzichtbare Arbeit der Beratungsstellen als auch die Zuständigkeit von Bund und Land sowie die finanzielle Verantwortung des Kreises ausgewogen zu berücksichtigen. Zugleich unterstützen wir ausdrücklich präventive Projekte wie die Förderung für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern, die frühzeitig ansetzen und Familien wirksam stärken.

 

Berichterstatter: Malte Amen (Ausschussmitglied) und Carsten Fürst (Fraktionsvorsitzender)

Dieser Bericht basiert auf eigenen Aufzeichnungen sowie den öffentlichen Sitzungsunterlagen und wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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