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Bericht zur Sitzung des Schul-, Sport- und Kulturausschusses am 2. März 2026

Der Sport-, Schul- und Kulturausschuss (SSKA) des Kreises Steinburg tagte am Montag, den 2. März 2026, im Kreistagssaal in Itzehoe unter dem Vorsitz von Herrn Jurgons. Gäste waren u.a. Schulleiter wie Herr Bornhöft (Steinburg-Schule), Herr Helmholz (Sophie-Scholl-Gymnasium) und Frau Senftleben (Detlefsengymnasium).

Schülerbeförderung

Der Sport-, Schul- und Kulturausschuss des Kreises Steinburg hat die Änderung der Schüler-beförderungssatzung ausführlich beraten. Dieses Thema bewegte die Gemüter, da es unmittelbare Folgen für Tausende Familien im ländlichen Kreisgebiet hat – eine freiwillige Leistung des Kreises steht nun vor dem Aus.

Hintergrund und aktuelle Lage

Seit einigen Jahren übernimmt der Kreis Steinburg die Kosten für die Schülerbeförderung von Oberstufenschülerinnen und -schülern an allgemeinbildenden Schulen sowie für Vollzeitschülerinnen und -schüler am Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ). Der Kreistag hatte bereits im Dezember 2025 beschlossen, diese Unterstützung zum Ende des Schuljahres 2025/26 einzustellen. Aktuell profitieren rund 1.035 Schülerinnen und Schüler davon, eine Zahl, die durch die Umstellung von G8 auf G9 auf etwa 1.300 ansteigen würde. Besonders in der ländlichen Struktur des Kreises Steinburg, wo Schulwege lang und Busverbindungen wichtig sind, war diese Maßnahme ein echter Entlastungsfaktor für Eltern und förderte gleiche Bildungschancen.

Kritik von Schulträgern und Betroffenen

Die Pläne stoßen auf breite Ablehnung bei Schulträgern wie dem Amt Itzehoe-Land, der Stadt Itzehoe und dem RBZ. Sie warnen vor einer Benachteiligung des ländlichen Raums, wo Familien bereits durch hohe Kosten für Materialien und Fahrten belastet sind. Das Deutschlandticket wurde zwar als Alternative genannt, doch steigende Preise und geringe Zuschüsse machen es für viele unattraktiv – insbesondere für Haushalte knapp über der Bedürftigkeitsgrenze. Zudem weist das RBZ auf eine Ungleichbehandlung hin: Während Schüler an Gymnasien bis Klasse 10 befördert werden, verlieren Vollzeitschülerinnen und -schüler am RBZ diesen Anspruch früher. Die Stimmen aus der Praxis betonen, dass der Wegfall die Attraktivität von Schulstandorten mindert und langfristig das Bildungsniveau im Kreis gefährdet.

Debatte und Abstimmung im Ausschuss

In der Sitzung referierte die Verwaltung zu den Stellungnahmen und den finanziellen Einsparungen, die den Haushalt entlasten sollen. Eine kurze Aussprache folgte, in der die Belastung für Familien und die Verant-wortung des Kreises im ländlichen Kontext hervorgehoben wurden. Letztlich empfahl der Ausschuss mit sechs Ja- gegen drei Nein-Stimmen die Änderungssatzung – ein knapper Beschluss der von CDU, FDP/FW und AfD durchgesetzt wurde.

Position der Bürgerliste Steinburg (BLS): Die BLS positioniert sich klar gegen diesen Schritt. Schulische Bildung als Grundrecht darf nicht vom Einkommen abhängen, und die Streichung widerspricht den Zielen der G9-Reform. Dadurch werden zudem Autofahrten statt öffentlichem Nahverkehr gefördert, was Klimaziele untergräbt, und Haushaltsprobleme unfair auf Familien verlagert. Die BLS sieht die Gefahr für zentrale Schulstandorte und wird im Kreistag für eine Beibehaltung oder einen Kompromiss werben.

Ausblick

Der Beschluss geht nun an den Kreistag zur endgültigen Entscheidung. Während die Verwaltung auf Haushaltszwänge verweist, mahnt die BLS zur Verantwortung gegenüber dem ländlichen Raum. Eine breite Debatte könnte hier Chancen für abgemilderte Lösungen eröffnen, um Bildungsgerechtigkeit zu wahren.

Offener Ganztag an der Steinburg-Schule

Der Sport-, Schul- und Kulturausschuss des Kreises Steinburg hat auch die Fortführung des Offenen Ganztags an der Steinburg-Schule ausführlich beraten. Dieses Thema rückte durch die eindringlichen Beiträge dreier Mütter in der Einwohnerfragestunde besonders in den Vordergrund, die das Angebot als unverzichtbar für das soziale Miteinander der verstreut wohnenden Schulkinder lobten und eine Weiter-führung auch für Kinder ohne gesetzlichen Anspruch forderten.

Hintergrund und aktuelle Lage

Der Kreis Steinburg hat vor einigen Jahren die Verantwortung für den Offenen Ganztag als Schulträger übernommen und den Betrieb an einen externen Dienstleister vergeben, dessen Vertrag zum Sommer 2026 ausläuft. Aktuell können an fünf Tagen pro Woche bis zu 56 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 1 bis 12 teilnehmen. Die Nachfrage ist montags bis mittwochs hoch, an den folgenden Tagen etwas geringer. Das Angebot dient nicht nur der Betreuung, sondern vor allem dem Austausch und Spiel unter Kindern aus dem weiten Kreisgebiet, was in der ländlichen Region besonders wertvoll ist.

Neue gesetzliche Anforderungen

Eine kürzlich eingeführte Richtlinie verändert die Rahmenbedingungen grundlegend: Ab dem kommenden Schuljahr haben Kinder der Klassen 1 bis 5 – aufwachsend pro Jahrgang, beginnend mit der Klasse 1 im Schuljahr 2026/27 – einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Diese umfasst nun täglich acht Stunden, also länger als bisher, und erstreckt sich zudem auf acht Ferienwochen. Der Kreis erhält dafür finanzielle Unterstützung vom Land, etwa für Personalkosten und Sachausgaben, während Eltern einen Beitrag leisten, der bei Bedarf durch Ermäßigungen ausgeglichen wird. Eine Neu-Ausschreibung für die kommenden fünf Jahre wird notwendig, um einen passenden Träger zu finden.

Die diskutierten Optionen

Die Verwaltung legte vier Varianten vor, die sich vor allem in Umfang und Priorisierung unterscheiden. Die erste beschränkt sich strikt auf den gesetzlichen Anspruch und könnte dadurch planungsunsicher werden, etwa durch schwankende Nachfrage oder Personalmangel. Zwei Hybrid-Modelle erlauben eine gewisse Flexibilität: eines mit reduziertem Angebot, das andere mit dem bisherigen Umfang in der Schulzeit, aber Ferienbetreuung nur für Anspruchsberechtigte. Die vierte Variante setzt nahtlos auf den Status quo fort, inklusive umfassender Ferienbetreuung – sie gilt jedoch als die kostspieligste.

In der Ausschusssitzung entspann sich eine lebhafte Debatte, inspiriert von den Einwohnerbeiträgen. Die SPD schlug eine Abwandlung vor, die mehr Ferienplätze auch für Nicht-Anspruchsberechtigte öffnete. Letztlich sprach sich der Ausschuss für ein ausgewogenes Modell aus: Der bisherige Umfang während der Schulzeit bleibt erhalten, mit Vorrang für Kinder mit Rechtsanspruch, während die Ferienbetreuung auf diese beschränkt wird. Ergänzt wurde dies um eine jährliche Überprüfung der Auslastung und die Option einer Erweiterung, falls die Nachfrage steigt.

Beschluss und Ausblick

Nach mehreren Abstimmungen – darunter Ablehnungen der umfassenderen Vorschläge – fand die finale Variante breite Zustimmung, obwohl benachbarte Kreise wie Pinneberg oder Dithmarschen ein deutlich großzügigeres Ganztagsangebot pflegen. Eine betroffene Mutter freute sich über den Kompromiss und bot sogar Unterstützung bei der geplanten Evaluation an, die voraussichtlich ab 2027 erste Ergebnisse liefern soll. Auch dieser Beschluss geht nun an den Kreistag zur endgültigen Entscheidung. Die Bürgerliste Steinburg begrüßt grundsätzlich den Kompromiss; wir sehen es jedoch kritisch, wenn Eltern, die bisher die Ferienbetreuung für ihre Kinder nutzen konnten, nun von diesem Angebot ausgeschlossen werden sollen. Hier sollte der Beschluss noch einmal angepasst werden. Der Offene Ganztag sollte ein stabiles Angebot bleiben, das sich an die neuen Regeln anpasst, ohne Familien in der Region zu vernachlässigen.

Dieser Bericht basiert auf eigenen Aufzeichnungen sowie den öffentlichen Sitzungsunterlagen und wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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