Am 28. Januar 2026 tagte der Hauptausschuss des Kreises Steinburg im Kreistagssaal in Itzehoe unter dem Vorsitz von Frau Gaudlitz. Folgende Themen standen auf der öffentlichen Tagesordnung:
Bericht des Jobcenters Steinburg
Die Geschäftsführerin des Jobcenters Steinburg, Frau Marggraf, berichtete ausführlich über die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Kreis. Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Zwar stieg die sozialversicherungs-pflichtige Beschäftigung insgesamt um 551 Personen (+0,6%), dieser Zuwachs wird vor allem von ausländischen Arbeitskräften getragen. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Steinburg stieg aber insgesamt um 3,2%, wobei im SGB-II-Bereich (Grundsicherung) ein Rückgang von 3,0% zu verzeichnen war, während die Arbeitslosigkeit im SGB III (Arbeitslosenversicherung) mit +15,6% deutlich über dem Landesdurchschnitt von 10,0% lag. Das Jobcenter erzielte mit einer Integrationsquote von 23% (1.338 Integrationen) einen der höchsten Werte im Norden. Die Leistungen zum Lebensunterhalt stiegen auf rund 31,8 Mio. Euro, während die Kosten der Unterkunft und Heizung auf 23,3 Mio. Euro sanken. Erfreulich ist außerdem, dass die Zahl der Langzeitleistungsbeziehenden rückläufig ist – die Zugangszahlen sanken um 17%, die Abgangszahlen stiegen um 18%.
Auf Nachfrage der Ausschussmitglieder erläuterte Dezernentin Frau Gahtow, warum bestimmte Aufgaben des Jobcenters nicht durch Kreispersonal umgesetzt werden: Eigenes Personal des Kreises wäre laut Kostenberechnungen teurer als die eingekauften Serviceleistungen der Bundesagentur für Arbeit.
Sperrvermerk Stelle 0/187 – Zivile Verteidigung statt Liegenschaftsmanagement
Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, den Sperrvermerk für die Stelle 0/187 aufzuheben. Die ursprünglich für das geplante Liegenschaftsmanagement eingeworbene Stelle wird nun für die Stabsstelle Zivile Verteidigung eingesetzt, da diese Aufgabe in den letzten Monaten deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Die Besetzung ist für das 2. Quartal 2026 geplant. Die Errichtung des Liegenschaftsmanagements verzögert sich dadurch voraussichtlich bis ins zweite Halbjahr 2026.
Verwaltungsstrukturreform – Bürgerliste fordert Evaluierungsbericht
Dezernent Rosenmeier berichtete zum Stand der seit 2023 laufenden Verwaltungsstrukturreform. Die Kreisverwaltung wurde grundlegend neu gegliedert: Das alte Hauptamt wurde in ein eigenständiges Personalamt und ein Amt für Organisation und digitale Prozesse aufgeteilt. Im Dezernat Bauen & Umwelt wurden das Amt für Kreisentwicklung und das Amt für Kreisstraßen als eigenständige Ämter etabliert. Zudem wurde im Sozialdezernat ein neues Amt für Teilhabe errichtet.
Dr. Siegfried Hansen (BLS-Fraktion) hat in der Sitzung klar gefordert, dass die Verwaltung bis zu den Haushaltsberatungen im Herbst 2026 einen umfassenden Evaluierungsbericht vorlegt. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, ob die Reform tatsächlich die versprochenen Effizienzgewinne bringt. Landrat Teske räumte ein, dass Effizienzgewinne schwer zu messen seien, betonte aber, dass die Verwaltung in seiner Wahrnehmung schneller und „punktgenauer“ arbeite. Dezernent Rosenmeier wies darauf hin, dass bei der Evaluierung keine Parallelstruktur zum Benchmark entstehen solle.
Bemerkenswert ist, dass die Abteilung Straßen- und Brückenbau im neuen Amt für Kreisstraßen derzeit nur zu 42% besetzt ist (3,54 von 8,5 Vollzeitstellen). Hier muss dringend nachgesteuert werden.
Lizenzumstellung Software „Picture“
Die Verwaltung informierte über die geplante Umstellung des Lizenzmodells der Software „Picture“ von Einzellizenzen auf ein Pool-Lizenzmodell. Die jährlichen Kosten betragen 29.000 Euro, allerdings ergibt sich gegenüber dem Kauf zusätzlicher Einzellizenzen ein Kostenvorteil von 4.500 Euro pro Jahr. Die Software unterstützt die prozessorientierte Modernisierung der Verwaltung und die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Die Bürgerliste begrüßt diese Entscheidung als wirtschaftlich sinnvoll.
Personalgewinnung bleibt Herausforderung
Auf Anfrage wurde mitgeteilt, dass das Personalamt 2025 insgesamt 150 Stellenbesetzungsverfahren durchgeführt hat. 25 Stellen mussten mehr als einmal ausgeschrieben werden, elf davon sogar dreimal oder häufiger. Eine Stelle wurde fünfmal ausgeschrieben und ist nach wie vor unbesetzt. Aktuell sind noch elf Stellen offen. Dies zeigt, dass der Fachkräftemangel auch den Kreis Steinburg erheblich trifft.
Weitere Themen
- Offener Ganztag Steinburg-Schule: Eine Vorlage mit verschiedenen Umsetzungsvarianten wird dem Kreistag am 19.03.2026 zur Grundsatzentscheidung vorgelegt.
- ÖPNV – Wartezeiten Bahnhof Wrist: Die Bahn arbeitet an einer Lösung und will innerhalb von 4–6 Wochen Ergebnisse vorlegen.
- Gremienbetreuung: Die Verwaltung unterhält nun 4 Stellen in der Zentralen Gremienbetreuung, um die Fachämter vom Sitzungsdienst zu entlasten.
Nicht öffentlicher Teil
Im nicht öffentlichen Teil wurden unter anderem folgende Beschlüsse gefasst: Zustimmung zum Klageverfahren Entgelte im Rettungsdienst 2026, Kenntnisnahme des Berichts über Beteiligungen, Kenntnisnahme der redaktionellen Änderungen am IZET-Gesellschaftsvertrag, Kenntnisnahme des Wirtschaftsplans 2026 und Jahresabschlusses 2024 der ZSR AöR, Kenntnisnahme des Sachstands zur Anmietung eines Neubaus für die Steinburg-Schule sowie Zustimmung zur Annahme von Spenden für die Kampagne „Respekt für Retter“.
Dieser Bericht basiert auf eigenen Aufzeichnungen sowie den öffentlichen Sitzungsunterlagen und wurde mit Unterstützung von KI erstellt.